|
Altersgebundene Augenerkrankungen
Die häufigste altersgebundenen Augenerkrankung ist die Cataract (=Grauer Star), eine Trübung der Augenlinse, die alle Menschen erleben, wenn sie denn in das für sie typische Lebensalter kommen.
Die Cataract und ihre operative Behandlung werden an anderer Stelle dieser Website ausführlich behandelt.
Für den älteren Menschen ist eine weitere in der Prognose für das Sehvermögen leider wesentlich ungünstiger Augenerkrankung von großer Bedeutung: die altersgebundene Makulopathie.
Die Makula ist das Sehzentrum unseres Auges in der optischen Mitte der Netzhaut gelegen. In ihrer Mitte, der Fovea (= Sehgrube) befindet sich die höchste Dichte an Sehrezeptoren. Dort findet das scharfe Sehen statt, das uns Menschen beispielsweise die Lesefähigkeit schenkt.
Bei etwa 10 % der Menschen finden sich in ihrer Ursache noch unzureichend geklärt krankhafte Veränderungen dieser Netzhautregion, sog Makulopathien, die zu massiver Sehverschlechterung mit Verlust der Lesefähigkeit bis hin zu praktischer Erblindung des betroffenen Auges führen können.
Bei den Makulopathien unterscheidet man im wissenschaftlichen Jargon zwischen trockenen und feuchten Makulopathien:
Unter einer trockenen Makulopathie versteht man einen in erster Linie degenerativen Krankheitsprozeß, der mit Ablagerung von Schlackenstoffen, sog. Drusen, in der Netzhautmitte beginnt und zu degenerativem Umbau der zentralen Netzhaut-Aderhaut-Pigmentepithelregion führt. Endstadium ist eine zentrale Netzhautnarbe. Der Prozeß läuft oft sehr langsam über viele Jahrzehnte ab und ist derzeit therapeutisch nicht sicher zu beeinflussen.
Eine neuere Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde, die sog. AREDS-(Age Related Eye Disease)-Studie, ergab erstmals Hinweise auf die prophylaktische Wirkung spezieller Vitamin-Spurenelement-Kombinationen.
Diese Studie hat zu neuer Einschätzung auch in unserer täglichen Praxis geführt, wobei ein Schwerpunkt auf einem möglichst frühzeitigen Beginn, d.h. in mittlerem Lebensalter zu liegen scheint.
Unter einer feuchten Makulopathie versteht man eine meist akut mit massiver Sehverschlechterung einhergehende Veränderung der Netzhautmitte, bei der meist auf der Basis einer vorhandenen trockenen Makulopathie Aderhautgefäße durch Defekte in der Bruch-Membran unter die Netzhaut vordringen und dort nach kurzer Ödembildung mit typischem Verzerrtsehen (Amsler-Netz) zu zentralen sub- und epiretinalen Blutungen mit narbigem Umbau der zentralen Netzhaut führen. Der Verlauf ist meist hochakut.
Nach z.T. recht eingeschränkten Ergebnissen der Argon- und Farbstofflaser-Koagulation steht mit der PDT (=photodynamische Therapie) seit 2 Jahren ein vielversprechendes Laserverfahren zur Verfügung. Dabei wird durch Infusion eines Farbstoffs, der sich in den krankhaft veränderten Aderhautgefäßen anreichert und anschließende Bestrahlung der zentralen Netzhaut mit Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge eine selektive Verödung der krankhaft veränderten Aderhautgefäße im subretinalen Raum erreicht.
Unsere Praxis ist als eine von wenigen Behandlungsstätten von den Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigung zur PDT zugelassen.
Eine weitere neue Modalität ist die Injektion von Triamcinolon oder anti-angiogenen Substanzen (Anti-VEGF, Bevacizumab, Ranibizumab, Pegabtanib) in den Glaskörperraum unter Operationssaalbedingungen.
|
|
|